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Rechtliches

Allgemeine Geschäftsbedingungen

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB") regeln die Nutzung der Plattform flowfabrik – einer Marke der 4P Consulting GmbH (nachfolgend „4P" oder „Anbieter") – sowie die zwischen 4P und ihren Kundinnen und Kunden (nachfolgend „Kunde") über die Plattform geschlossenen Verträge.

Stand: November 2026

§ 1 Geltungsbereich, Vertragspartner, Begriffsbestimmungen

(1) Anbieter der Plattform flowfabrik sowie aller darüber bereitgestellten Leistungen ist die 4P Consulting GmbH, Wankelstraße 3, 70563 Stuttgart, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter HRB 21899 (vgl. Impressum).

(2) Diese AGB gelten ausschließlich für Verträge mit Unternehmern im Sinne des § 14 BGB, juristischen Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtlichen Sondervermögen. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern (§ 13 BGB) erfolgt über die Plattform nicht.

(3) Entgegenstehende, abweichende oder ergänzende AGB des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, 4P stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.

(4) Im Sinne dieser AGB bezeichnet:

  • „Plattform" das unter flowfabrik bereitgestellte Online-Angebot, bestehend aus den Modulen KI-Marktplatz, Lernplattform und Forum sowie ergänzenden Funktionen;
  • „Masterprompt" einen von 4P erstellten, strukturierten Prompt nebst zugehörigem Wissensspeicher (z. B. Vorlagen, Textbausteine), der über den KI-Marktplatz erworben werden kann;
  • „Drittanbieter-KI" ein KI-System eines Dritten (z. B. NeulandAI, OpenAI, Google, Anthropic), das nicht von 4P bereitgestellt wird und in dessen Umgebung der Kunde Masterprompts integriert und einsetzt;
  • „KI-VO" die Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung).

§ 2 Leistungen der Plattform – Überblick

Die Plattform umfasst insbesondere folgende Module, deren konkrete Ausgestaltung sich aus der jeweiligen Leistungsbeschreibung auf der Plattform ergibt:

  • KI-Marktplatz (§ 4): Erwerb von Masterprompts inkl. Wissensspeicher, regelmäßig als Datei (z. B. ZIP) zum Download;
  • Lernplattform / KI-Führerschein (§ 5): Bereitstellung interaktiver Schulungsinhalte (Videos, Übungen, KI-gestütztes Feedback);
  • Forum / Community (§ 6): Bereitstellung von Funktionen zur Veröffentlichung von Beiträgen, News und zum Austausch der Kunden untereinander;
  • Individuelle Beratung: optionale, separat zu vereinbarende Beratungsleistungen.

4P ist berechtigt, den Funktionsumfang der Plattform weiterzuentwickeln, sofern hierdurch der vertraglich geschuldete Leistungsumfang nicht wesentlich eingeschränkt wird.

§ 3 Registrierung, Nutzerkonto, Vertragsschluss

(1) Die Nutzung geschützter Plattform-Bereiche setzt die Registrierung eines Nutzerkontos voraus. Der Kunde sichert zu, dass die im Rahmen der Registrierung gemachten Angaben vollständig und richtig sind, und verpflichtet sich, sie aktuell zu halten.

(2) Der Kunde hat seine Zugangsdaten geheim zu halten und gegen den Zugriff Dritter zu sichern. Bei Verdacht auf eine missbräuchliche Nutzung ist 4P unverzüglich zu informieren.

(3) Der Vertrag über die Nutzung der Plattform kommt mit erfolgreicher Freischaltung des Nutzerkontos durch 4P zustande. Verträge über kostenpflichtige Leistungen (insbesondere Erwerb von Masterprompts oder kostenpflichtige Schulungspakete) kommen jeweils mit der ausdrücklichen Annahme der Bestellung des Kunden durch 4P bzw. mit der Bereitstellung der Leistung zustande.

(4) 4P ist berechtigt, die Registrierung ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

§ 4 KI-Marktplatz – Erwerb von Masterprompts

4.1 Vertragsgegenstand

Über den KI-Marktplatz erwirbt der Kunde von 4P bestimmte, in der jeweiligen Leistungsbeschreibung bezeichnete Masterprompts inkl. Wissensspeicher als digitales Werk. 4P stellt diese Inhalte zum dauerhaften Download bereit. Auf den Erwerb der Masterprompts findet Kaufrecht (§§ 433 ff., 453 BGB) Anwendung.

4.2 Beschaffenheit / Eignung

Die geschuldete Beschaffenheit der Masterprompts ergibt sich abschließend aus der jeweiligen Leistungsbeschreibung auf der Plattform. Die Eignung für eine darüber hinausgehende, nach dem Vertrag nicht ausdrücklich vorausgesetzte Verwendung wird nicht geschuldet. § 434 Abs. 3 BGB (objektive Anforderungen) wird – soweit gesetzlich zulässig – abbedungen, soweit eine Anforderung nicht in der Leistungsbeschreibung ausdrücklich oder konkludent vereinbart ist.

4P weist ausdrücklich darauf hin, dass die Funktion eines Masterprompts maßgeblich vom eingesetzten Drittanbieter-KI-System, dessen Konfiguration, der Datenqualität und dem konkreten Eingabeverhalten des Kunden abhängt. Eine bestimmte Antwortqualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit von KI-Ausgaben wird ausdrücklich nicht zugesichert.

4.3 Integration in eine Drittanbieter-KI

Die Masterprompts werden vom Kunden in eine von ihm selbst beschaffte und betriebene Drittanbieter-KI integriert. Der Kunde ist allein dafür verantwortlich,

  • ein für seinen Einsatzzweck geeignetes KI-System auszuwählen und zu lizenzieren,
  • die jeweiligen Nutzungs- und Lizenzbedingungen des Drittanbieters einzuhalten – insbesondere etwaige Ausschlüsse von Hochrisiko-Anwendungsfällen;
  • erforderliche Datenschutz- und Informationssicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

4.4 Eigenverantwortliche Prüfung der Einsatzzulässigkeit

Der Kunde verpflichtet sich, vor dem Einsatz eines Masterprompts eigenverantwortlich zu prüfen, ob der konkrete Einsatzzweck rechtlich zulässig ist. Dies betrifft insbesondere

  • Einsatzverbote nach Art. 5 KI-VO (z. B. Social Scoring, manipulative KI-Praktiken),
  • Anforderungen an Hochrisiko-KI-Systeme nach Art. 6 ff. KI-VO,
  • aufsichtsrechtliche Vorgaben (z. B. MaRisk, BAIT, VAIT, KAIT, DORA),
  • Vorgaben für automatisierte Entscheidungen nach § 35a VwVfG bzw. Art. 22 DSGVO.

Der Kunde ist verpflichtet, seine Rolle nach der KI-VO (insbesondere als Betreiber oder Anbieter) selbst festzustellen und die sich daraus ergebenden Pflichten eigenverantwortlich zu erfüllen.

4.5 Mängelhaftung

Es gelten die gesetzlichen Mängelrechte mit der Maßgabe, dass die Verjährungsfrist für Sachmängel ein Jahr ab Bereitstellung beträgt. Diese Verkürzung gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, aus grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz, aus einer Beschaffenheitsgarantie sowie für Ansprüche nach dem Produkthaftungsgesetz.

4.6 Nutzungsrechte

Mit vollständiger Bezahlung erhält der Kunde an dem erworbenen Masterprompt ein einfaches, nicht ausschließliches, nicht übertragbares und nicht unterlizenzierbares Recht zur eigenen geschäftlichen Nutzung im eigenen Unternehmen bzw. der eigenen Behörde. Eine Weitergabe, Veröffentlichung, Vervielfältigung zum Vertrieb oder ein Inverkehrbringen gegenüber Dritten ist nicht gestattet.

§ 5 Lernplattform und KI-Führerschein

5.1 Vertragsgegenstand

Über die Lernplattform stellt 4P interaktive Schulungsinhalte (z. B. Videos, Texte, Übungen) bereit. Bestimmte Übungen werten Eingaben des Nutzers durch ein von 4P intern betriebenes KI-System aus und geben hierauf basierend ein automatisiertes Feedback. Eine eigenständige, frei nutzbare KI-Oberfläche stellt die Plattform nicht bereit.

5.2 Charakter des KI-Feedbacks; Transparenz nach Art. 50 KI-VO

4P weist gemäß Art. 50 KI-VO darauf hin, dass das Feedback zu Übungseingaben automatisiert von einem KI-System erzeugt wird. Das Feedback dient ausschließlich Lernzwecken und stellt weder eine Rechts-, Steuer- noch Anlageberatung dar. Eine bestimmte Richtigkeit, Vollständigkeit oder Eignung der KI-Ausgaben wird nicht zugesichert.

Der Nutzer darf in Übungseingaben keine besonders sensiblen personenbezogenen Daten Dritter, Geschäftsgeheimnisse oder vertraulichen Unternehmens- bzw. Verwaltungsdaten einstellen, soweit dies nicht ausdrücklich vorgesehen ist.

5.3 Zertifikate

Sofern auf der Lernplattform Zertifikate (z. B. „KI-Führerschein") ausgestellt werden, bestätigen diese ausschließlich die erfolgreiche Teilnahme an dem jeweiligen Lernpfad nach Maßgabe der dort veröffentlichten Bestehensregeln. Es handelt sich nicht um staatlich anerkannte oder kammerrechtliche Abschlüsse.

5.4 Pflichten des Nutzers

Der Nutzer verpflichtet sich, die Lernplattform nicht missbräuchlich zu verwenden, insbesondere keine Eingaben zu tätigen, die geeignet sind, das eingesetzte KI-System zu manipulieren oder rechtswidrige Inhalte zu erzeugen.

§ 6 Forum, Community-Inhalte, Moderation

(1) 4P stellt Funktionen bereit, mit denen Nutzer eigene Inhalte (z. B. Beiträge, Kommentare, News) veröffentlichen oder mit anderen Nutzern austauschen können („Nutzerinhalte"). Für Nutzerinhalte ist allein der jeweils einstellende Nutzer verantwortlich.

(2) Der Nutzer verpflichtet sich, keine Inhalte einzustellen, die gegen geltendes Recht, Rechte Dritter (insbesondere Urheber-, Marken-, Persönlichkeits- und Datenschutzrechte) oder die guten Sitten verstoßen, und stellt 4P insoweit von sämtlichen Ansprüchen Dritter einschließlich angemessener Rechtsverteidigungskosten frei.

(3) Mit dem Einstellen räumt der Nutzer 4P ein einfaches, räumlich und zeitlich auf den Bestand der Plattform begrenztes Recht ein, die Inhalte im Rahmen der Plattform anzuzeigen, zu speichern, zu vervielfältigen und für andere Nutzer zugänglich zu machen.

(4) 4P ist berechtigt, Nutzerinhalte zu moderieren, zu kennzeichnen, zu sperren oder zu löschen, wenn ein begründeter Verdacht auf einen Verstoß gegen Absatz 2 oder gegen die Plattform-Richtlinien besteht.

§ 7 Vergütung, Zahlungsbedingungen

(1) Die jeweils geltenden Preise ergeben sich aus der Leistungsbeschreibung auf der Plattform bzw. aus einem individuellen Angebot von 4P. Alle Preise verstehen sich, soweit nicht anders ausgewiesen, in Euro zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer.

(2) 4P kann die Plattform oder einzelne Module während einer Markteinführungsphase ganz oder teilweise unentgeltlich bereitstellen. Ein Anspruch auf unentgeltliche Fortführung über die jeweils kommunizierte Phase hinaus besteht nicht.

(3) Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen ab Zugang ohne Abzug fällig. Bei Zahlungsverzug gelten die gesetzlichen Verzugszinsen.

§ 8 Verfügbarkeit, Wartung, höhere Gewalt

(1) 4P bemüht sich um eine möglichst hohe Verfügbarkeit der Plattform, schuldet jedoch ohne ausdrückliche abweichende Vereinbarung keine bestimmte Verfügbarkeit (z. B. SLA). Geplante Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit in nutzungsschwache Zeiten gelegt.

(2) 4P haftet nicht für Leistungsstörungen, die durch höhere Gewalt oder durch Ereignisse außerhalb des Einflussbereichs von 4P verursacht werden (z. B. Ausfälle bei Cloud-, Hosting- oder KI-Drittanbietern).

§ 9 Haftung

(1) 4P haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, für die schuldhafte Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz sowie im Umfang einer übernommenen Garantie.

(2) Bei der einfach fahrlässigen Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) ist die Haftung der Höhe nach auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt. Wesentliche Vertragspflichten sind solche, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertraut und vertrauen darf.

(3) Im Übrigen ist die Haftung von 4P – auch für leitende Angestellte und Erfüllungsgehilfen – ausgeschlossen.

(4) 4P haftet insbesondere nicht für Schäden, die dem Kunden dadurch entstehen, dass er Masterprompts oder KI-Ausgaben in unzulässiger oder bestimmungswidriger Weise einsetzt, namentlich entgegen der KI-VO, der DSGVO, aufsichtsrechtlicher Vorgaben oder den Nutzungsbedingungen einer Drittanbieter-KI.

§ 10 Rolle nach der KI-VO; Hinweispflicht

(1) Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass 4P hinsichtlich der über den KI-Marktplatz angebotenen Masterprompts nichtals Anbieter eines KI-Systems im Sinne von Art. 3 Nr. 3 KI-VO einzuordnen ist. Die zugrundeliegenden KI-Systeme werden vom Kunden eigenständig beschafft, in Betrieb genommen und betrieben.

(2) Der Kunde ist daher verpflichtet, eigenständig zu prüfen, ob er durch den Einsatz eines Masterprompts in einer Drittanbieter-KI selbst zum Anbieter oder Betreiber eines (gegebenenfalls Hochrisiko-) KI-Systems im Sinne der KI-VO wird, und die sich daraus ergebenden Pflichten zu erfüllen.

(3) Hinsichtlich der von 4P im Rahmen der Lernplattform intern betriebenen KI-Systeme erfüllt 4P die einschlägigen Transparenz-, Kompetenz- und Betreiberpflichten (insbesondere Art. 4, Art. 26 und Art. 50 KI-VO).

§ 11 Datenschutz, Vertraulichkeit

(1) Die Verarbeitung personenbezogener Daten richtet sich nach unserer Datenschutzerklärung. Soweit 4P personenbezogene Daten im Auftrag des Kunden verarbeitet, schließen die Parteien zusätzlich einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO.

(2) Die Parteien verpflichten sich, alle als vertraulich gekennzeichneten oder erkennbar vertraulichen Informationen der jeweils anderen Partei vertraulich zu behandeln und nur für Zwecke der Vertragsdurchführung zu verwenden. Diese Verpflichtung gilt für drei Jahre über das Vertragsende hinaus.

§ 12 Laufzeit und Kündigung

(1) Der Plattform-Nutzungsvertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen und kann von beiden Parteien jederzeit mit einer Frist von 30 Tagen zum Monatsende in Textform gekündigt werden, soweit nicht für einzelne Leistungen abweichende Laufzeiten vereinbart sind.

(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für 4P insbesondere bei einem schwerwiegenden Verstoß des Kunden gegen diese AGB, gegen geltendes Recht oder gegen die Nutzungsbedingungen einer Drittanbieter-KI vor.

§ 13 Änderungen dieser AGB

4P ist berechtigt, diese AGB mit Wirkung für die Zukunft anzupassen, soweit dies aus rechtlichen, technischen oder organisatorischen Gründen erforderlich ist. Änderungen werden dem Kunden in Textform mitgeteilt und gelten als genehmigt, wenn der Kunde ihnen nicht innerhalb von sechs Wochen nach Zugang in Textform widerspricht. 4P weist auf diese Frist und die Folgen des Schweigens in der Änderungsmitteilung gesondert hin.

§ 14 Schlussbestimmungen

(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.

(2) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB ist – soweit gesetzlich zulässig – Stuttgart.

(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, so bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung tritt eine Regelung, die dem wirtschaftlich Gewollten am nächsten kommt.